Wie wirkt Kreatin?

Unsere Muskelzellen verwenden Adenosintriphosphat, kurz ATP, als direkte Energiequelle. Bei der Energiebereitstellung entsteht daraus unter anderem ADP. Kreatinphosphat kann eine Phosphatgruppe auf ADP übertragen, sodass erneut ATP entsteht. Der unmittelbar verfügbare ATP-Vorrat ist begrenzt; deshalb wird ATP während einer Belastung laufend über mehrere Stoffwechselwege wiederhergestellt. Das Kreatinphosphat-System ist besonders für die ersten Sekunden einer intensiven Belastung relevant. Es ersetzt aber weder die übrigen Wege der Energiebereitstellung noch ein angepasstes Training.
Für einen genau abgegrenzten Bereich ist folgende Aussage zugelassen: „Kreatin erhöht die körperliche Leistung bei Schnellkrafttraining im Rahmen kurzzeitiger intensiver körperlicher Betätigung.“ Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 3 g Kreatin ein. Die Angabe richtet sich an Erwachsene, die einer intensiven körperlichen Betätigung nachgehen. Daraus folgt kein allgemeines Leistungsversprechen für jede Sportart oder jede Person. Untersuchungen zu anderen Belastungsformen müssen gesondert eingeordnet werden; Kreatin ist insbesondere nicht mit einem kurzfristig anregenden Stoff wie Koffein gleichzusetzen.